Dollar-Parität: Der Euro ist schon lange kein „sicherer Hafen“ mehr

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In den vergangenen zwölf Monaten kannte die Wertentwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar nur eine Richtung — nach unten: Nachdem der Euro vor etwa einem Jahr zwischen 1,20 und 1,15 US-Dollar pendelte, kam es Mitte Juli 2022 zum Showdown: Nach einer kontinuierlichen Abwärtsbewegung kam der Euro-Kurs der Parität zum US-Dollar gefährlich nahe.

Kurz vor der psychologisch wichtigen Marke drehte der Euro wieder ins Plus — doch die meisten Analysten sind sich sicher: Die Euro-Stärke der letzten Tage ist nur ein kurzfristiges Aufbäumen und die Gemeinschaftswährung könnte schon bald vollständig gegenüber dem „Greenback“ kapitulieren.

Dass der Euro sich im Gegensatz zum US-Dollar auf dem Rückzug befindet, ist eine direkte Auswirkung der divergierenden Zinspolitik der EZB und der Fed: Während die Federal Reserve seit Monaten energisch die Zinswende voranbringt und dabei wiederholt deutlich macht, dass es für sie keine Tabus gibt, findet sich die Europäische Zentralbank in alten Zwängen wieder — sie kann die Leitzinsen nicht in großen Schritten erhöhen, weil sie sonst die Staatsfinanzen der südeuropäischen Schuldenländer endgültig aus dem Gleichgewicht bringen würde.

Spannende Situation für Edelmetallanleger

Für Edelmetallanleger ergibt sich durch die unterschiedliche Zinspolitik jenseits des Atlantischen Ozeans eine spannende Situation: Während Gold in Euro seit Jahresbeginn rund vier Prozent an Wert zugelegt hat, sind es auf Dollar-Basis minus sechs Prozent. Gold hat in Euro also seinen Ruf als Inflations- und Vermögensschutz verteidigt, während das gelbe Metall für US-Investoren weniger interessant geworden ist.

Die Betrachtung eines Wechselkurses ist, wie man so schön sagt, durchaus „Ansichtssache“. Dass Gold in Euro im Vergleich zum Jahresbeginn teurer ist, während es sich in US-Dollar verbilligt hat, macht auf den ersten Blick nur den Wertverlust des Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich. Immerhin braucht man inzwischen mehr Euro im Vergleich zum Jahresbeginn, um eine Unze Gold zu kaufen.

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Dass sich der Goldpreis in US-Dollar seit Monaten verbilligt, ist jedoch auch für Anleger im Euroraum keine erfreuliche Entwicklung — denn in der Finanzwelt wird zuallererst auf den Goldpreis in US-Dollar geschaut, und wenn dieser rot eingefärbt ist, schadet dies dem Renommee des Edelmetalls. Ein stärkerer Dollar ist traditionell belastend für den Goldpreis, weil sich das Edelmetall außerhalb des Dollarraums verteuert.

Während man in den USA offenbar weiterhin auf den US-Dollar als sicheren Hafen setzt, hat der Euro diesen Nimbus bereits seit vielen Jahren verloren. Als Alternative hat sich für europäische Anleger vor allem Gold positioniert — das Edelmetall ist im Zeitalter der Immobilienblase und der Turbulenzen an der Börse sowie der Rekord-Inflation der letzte echte „sichere Hafen“ für Euro-Anleger, die ihr Geld schützen möchten.

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