Kriegszyklen verlaufen ausnahmslos inflationär

Bildquelle: @Pixabay

Explodierende Verschuldung (aufgrund künstlich zu niedriger Zinsen) führt in Friedenszeiten (expandierende Privatwirtschaft) zu explodierenden Vermögenswertpreisen („Asset Price Inflation“ in Form von Aktien und Immobilien) und in Kriegszeiten (kontrahierende Privatwirtschaft bei gleichzeitig expandierender staatlicher Planwirtschaft) zu explodierenden Rohstoffpreisen. Dies wiederum stellt den Ausgangspunkt (Ursache ist ausnahmslos der Geldmengenüberschuss) — über die „Zwischenstation“ der Produzentenpreise (Stand 04/22: Jahresveränderung +33,5% in Deutschland) — zur zeitverzögerten Konsumentenpreisexplosion („Consumer Price Inflation“) dar.

Glaubt man Charles Nenner, Präsident des Charles Nenner Research Center, dann beginnt im Jahr 2023 ein extremer Kriegszyklus. Auf der Informationsplattform „Zerohedge“ konnte man am 18.05.2022 unter der Headline Charles Nenner Warns „One Third Of Global Population Won’t Survive Next War Cycle“ folgendes hierzu lesen:

“…Renowned geopolitical and financial cycle expert Charles Nenner says his analysis shows the world will start a huge war cycle by 2023. This type of war is similar to WWII but much bigger… On the financial front, Nenner says, “There is a catastrophe going on in bonds. They lost their capital and are not going to get it back. It’s the same thing that is happening in stocks.”… Nenner says food will never be cheaper and expects food shortages and big price increases for years into the future. Nenner also says he thinks oil will keep rising and will hit $150 per barrel, and it could eventually hit “$250” per barrel. Nenner is still long term bullish on gold and says it will hit “$2,500” in the not-too-distant future. Nenner says if the world goes back on a gold standard, “gold will hit $40,000 per ounce.” Nenner says people who are getting a pension should expect big cuts in the future and also expect big inflation too. It will be the worst of both worlds…”

Bereits im März 2015 publizierten wir hierzu einen Artikel mit der Headline „Rohstoff- und Kriegszyklen gehen immer Hand in Hand“, in dem man u.a. folgendes lesen konnte:

„…Als wir vor 15 Jahren [aktuell: 21 Jahren] strategisch in den Gold- und Rohstoffsektor wechselten, wiesen wir bereits damals auf den Umstand hin, dass jede säkulare Rohstoff-Hausse unzertrennbar mit Geldentwertung (Inflation) und geopolitischen Unruhen (Krieg) einhergeht. Die Wirtschaftsgeschichte der vergangenen 250 Jahre ist voll mit Beispielen davon (siehe hierzu bitte Abb. 1)…“

Abb. 1: Rohstoffpreisentwicklung in USD, inkl. signifikanter Kriegsereignisse von 1770 bis 2014 Quelle: GR Asset Management, Dr. Uwe Bergold

Desweitern konnte man folgendes darin lesen:

„…Langfristig korrelieren nur Gold und Rohstoffe positiv zur Inflation. Je näher sich eine säkulare Rohstoff-Hausse dem Ende zubewegt, desto dynamischer werden die Ausschläge. Verursacht wurden diese extremen Rohstoffpreisanstiege am Ende jeder Hausse durch sich immer massiv zuspitzende Geopolitik. Interessanterweise stiegen einige Male Rohstoffpreise sogar noch nach dem Ende des Krieges eine Weile weiter. Betrachtet man die vergangenen 250 Jahre, so kann man zirka alle 30 bis 40 Jahre ein säkulares und alle 70 bis 80 Jahre ein Drei-Generationen-Rohstoffpreishoch, inklusive einem Kriegsende, feststellen…

…Säkulares und gleichzeitig Generationen-Rohstoffpreishoch 202?, während oder ? Jahre nach dem ?-Krieg: Massenenteignung durch globales QE (Politik der Notenpresse)…“

Wo stehen wir nun aktuell nominal (in USD) und relativ (gegenüber der Weltwirtschaft und somit gegenüber dem Weltaktien-Index) im aktuellen „Rohstoff-Superzyklus“?

Abb. 2: Reuters Rohstoff Index in USD (oben schwarz) und Goldpreis in USD (oben gelb) versus Reuters Rohstoff — MSCI Weltaktienindex — Ratio (unten) von 01/1980 bis 05/2022 Quelle: GR Asset Management, Dr. Uwe Bergold

Wir wiesen in den vergangenen sechs Jahren wiederholt auf die langfristige Bodenbildung im Rohstoffsektor von 2016 (Zyklisches Tief der Metalle) bis 2020 (Zyklisches Tief von Öl und Gas) hin (siehe hierzu: 2016 beginnt mit einem zyklischen Trendwendesignal im Rohstoffsektor). Zu Beginn dieses Jahres kam es dann (Ukraine-Krieg als Auslöser), im Rahmen der relativen Betrachtung gegenüber dem Weltaktienindex, zum prozyklischen Ausbruch der Rohstoffpreise nach oben (siehe hierzu grünes Rechteck im unteren Teil von Abbildung 2). Auch wenn der Reuters Rohstoff-Index, so wie Gold, nominal (in USD) ein neues Allzeithoch generierten (siehe hierzu oberen Teil von Abbildung 2), so sieht man bei der relativen Betrachtung gegenüber dem Weltaktien-Index unten, dass die strategische Rohstoff-Hausse (und somit die „Konsumentenpreisexplosion“) doch erst begonnen hat! Sollte sich das Rohstoff-Weltaktien-Ratio so entwickeln wie bei der letzten säkularen Rohstoff-Hausse in den 1970er Jahren, so ergäbe sich aktuell daraus potenziell ein relativer Kaufkrafthebel der Rohstoffpreise gegenüber dem Weltaktien-Index vom Faktor 10 (!), und dies noch in diesem Jahrzehnt. Bei Gold, welches ebenfalls einen Bestandteil des Rohstoff-Index darstellt, kommen wir auf den gleichen Kaufkraftzuwachsfaktor. Dies bedeutet de facto, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit der Weltaktien-Index sowohl gegenüber den allgemeinen Rohstoffpreisen als auch gegenüber Gold nochmals „real“ 90 (!) Prozent an Kaufkraft in diesem Jahrzehnt einbüßen wird.

Lesen Sie hier den gesamten GR-Marktkommentar 05/2022

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